Die Gemeinde
In Friedberg leben seit ca. 1978 Bahá'i. 1991 wurde erstmals der örtliche Geistige Rat der Bahá'i in
Friedberg gewählt. Heute lebt eine junge und familiäre Bahá'i Gemeinde in Friedberg. Die Mitglieder
stammen aus Deutschland, dem Iran, den Philippinen, und Russland.
Im Bahá'i Glauben gibt es keinen Klerus, die administrative Verantwortung für die Gemeinde tragen auf
örtlicher, nationaler sowie internationaler Ebene demokratisch gewählte Körperschaften von je neun
Personen. In Friedberg vertritt der Geistige Rat der Bahá'i in Friedberg die Gemeinde. Er wird jährlich
unter allen erwachsenen Bahá'i, die in Friedberg leben, neu gewählt.
Ziele
Die Bahá'i Gemeinde Friedberg möchte durch ihre für alle Interessierten offen stehenden Aktivitäten einen Beitrag zum geistigen und sozialen Leben in Friedberg leisten. Dabei steht sie dem Austausch und der Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Gruppen aus der Wetterau aufgeschlossen gegenüber.
Ein besonderes Anliegen ist ihr gemäß den Lehren Bahá'u'lláhs der Abbau von Vorurteilen zwischen Menschen
verschiedener Kulturen, Volksgruppen und Religionsgemeinschaften.
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So bemüht sich die Bahá'i Gemeinde Friedberg z.B. den interreligiösen Dialog zu fördern:
- Im September 2002 fand auf Initiative der Friedberger Bahá'i Gemeinde hin eine interreligiöse Friedensandacht anlässlich des Weltfriedenstags in der Friedberger Marienkirche statt, an der neben den Bahá'i Vertreter der evangelischen und der katholischen Gemeinde sowie der Türkisch Islamischen Union beteiligt waren.
- Im Juni 2002 übermittelte die Die Bahá'í-Gemeinde Friedberg Repräsentanten der Kirchen und anderer religiöser Gemeinschaften in Friedberg und Umgebung eine Botschaft der höchsten internationalen Körperschaft der Bahá'í-Religion, des Universalen Hauses der Gerechtigkeit mit Sitz in Haifa, Israel. Die Botschaft richtet einen dringenden Appell zur Überwindung religiöser Vorurteile und Konflikte an die religiösen Führer der Welt und wurde weltweit den Oberhäuptern und führenden Persönlichkeiten aller großen Religionen überreicht, so auch in Deutschland.
- Im Rahmen der Kampagne "Integration als Herausforderung und Chance" der deutschen Bahá'i Gemeinde fand im Oktober 1998 ein Lauf quer durch Deutschland statt. Die Läufer machten auch in Friedberg Station, was von der Bahá'i Gemeinde mit verschiedenen öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen begleitet wurde. Um dauerhaft ein Zeichen gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit zu setzen wurde eine Kaiserlinde als "Friedensbaum" in der Lutheranlage gepflanzt. Das Projekt stand unter der Schirmherrschaft des 1. Stadtrats Michael Keller.

- "Ihr seid die Früchte eines Baumes"
Gemeindeleben
Zum Gemeindeleben der Friedberger Bahá'i Gemeinde - sowie von Bahá'i in aller Welt - zählen neben anderen
Aktivitäten auch die sogenannten 19-Tage-Feste, die alle 19 Tage zu Beginn eines neuen Bahá'i Monats stattfinden.
Ein 19-Tage-Fest besteht aus 3 Teilen: es beginnt mit einer Andacht, in der Gebete und Textstellen aus den
Heiligen Schriften der Bahá'i gelesen werden, gefolgt vom Beratungsteil, in dem die Angelegenheiten der
Gemeinde mit allen Anwesenden beraten und Neuigkeiten ausgetauscht werden. Die Teilnahme an der Beratung
ist nur für Bahá'i bestimmt. Danach folgt ein geselliger Teil mit Essen und Getränken, Musik u.s.w.
Auch diverse Bahá'i-Feiertage werden - je nach Anlass - feierlich oder besinnlich begangen, wobei es jedoch
keine festgelegten Rituale gibt.
In Friedberg gibt es kein öffentliches Bahá'i-Gemeindezentrum, daher finden die Veranstaltungen im privaten
Rahmen oder in gemieteten Räumlichkeiten statt.
